Seebrücke Ahlbeck - Claudia Pautz
Sturmzeitgeschichten

Auf den Brettern, die mir die Welt bedeuten

Heute war wieder einer dieser Morgende, an denen ich nur zu sehr spüre, welch unverschämtes Glück es ist, hier zu leben. Ich war zum Frühstück mit einem lieben Menschen auf der Seebrücke in Ahlbeck verabredet. Der Tag war noch grau und der Strand menschenleer. Statt der Möwen tummelten sich Tauben auf dem Seesteg. Sonst nichts, außer Weite. Ich ging ein paar Schritte hinaus auf den Steg und spürte den kalten Wind auf meiner Haut. Die Skyline von Swinemünde malte nur Schemen in die trübe Morgenluft. Kein Land in Sicht. Nur Stille. Und das Geräusch meiner Schritte auf den hölzernen Planken. Ich lies den Blick wandern, den Handlauf entlang, unter den rosafarbenen Füssen einer einsamen Möwe hindurch bis dort, wo zwei Bänke den Blick hinaus aufs Meer richten. Zuhause, denke ich. Und hier auf diesem Seesteg, in fast jeglicher Richtung beschränkt, fühle ich Freiheit. Auf den Brettern, die mir die Welt bedeuten.

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