Geschichten

Von Leben und Tod

Eisig kalt bläst der Wind um die Ecke, wirbelt den mühsam zur Seite geschobenen Schnee wieder auf und verteilt ihn gleichmäßig auf dem schmalen Weg, der an der Fensterfront entlang führt. Drinnen brennt Licht. Eine junge Dame deckt die Tische. Am Eingang steht ein alter Mann auf seinen Rollator gestützt und sieht ihr dabei zu. Er sagt etwas, sie lacht und schon verschwinden sie wieder aus meinem...

Der andere Morgen

Das Rattern des Fahrwerks trieb den Zug immer tiefer in die Nacht. Die Lichter der Stadt verschwanden langsam in der Ferne und überließen das eiserne Gefährt der Dunkelheit. Nur manchmal noch sprangen Lichtpunkte von hinten in meinen Blick und verglühten wieder. Ich mochte in Zügen nie rückwärts fahren. Früher, als ich das Leben noch in jeder Sekunde kontrollieren wollte und

Kondensierte Vergangenheit

Der Boden knarrt leise unter deinen Füssen. Ohne Absicht, einzig deinen Worten Bewegung zu verleihen, setzt du einen Fuß vor den anderen. Und dann wird es still.
Ein Sonnenstrahl fällt durch das schmutzige Grau dieses Fensters. Bringt unsichtbare Staubpartikelwelten ans Tageslicht und legt sich grell auf die alten Dielen. Auf der Werkbank gegenüber liegen Überreste deines

Das Warum der Gefühle

Wie fühlt sich das eigentlich an? Dieses Loslassen, das alle Welt als Weg zum Seelenfrieden präsentiert und das doch kaum jemand wirklich beherrscht. Weil wir Menschen sind und doch festhalten wollten, was uns vertraut geworden ist. Ich glaube, dass Loslassen eher Annehmen ist. Das Annehmen der Welt um uns herum und noch vielmehr der Gefühle in uns. Thomas Mann sagte einst ‚

Was ist Glück?

Ich glaube, das Glück liegt im Moment. Allein in dem Augenblick ohne gestern und morgen, in dem das Erleben vollkommen scheint. Wenn Sehnsucht und Erfüllung einander die Hand reichen, jedes Denken sinnlos ist und wir tief in uns erkennen: Das ist Glück!

Wir sind wie das Meer

Wir sind wie das Meer, an dem wir Spaziergehen. Wo wir Schritt für Schritt unsere Spuren in den weichen Sand treten. Sichtbar nur für Menschen, die uns nahe sind und vergänglich wie alles in der Zeit. Und neben uns stürmt die endlose Weite. Keinen Gedanken festzuhalten zerrt sie uns in diesen Moment. Vereint gestern und morgen im puren Sein. Wohltuend beruhigende Kraft der Natur. Wir sind wie das...

Ente gut, alles gut…

Es war schon dunkel als ich die Delbrückstraße entlangfuhr und plötzlich mitten auf der verschneiten Fahrbahn im Licht der Laternen eine Ente sitzen sah. So ein schickes Exemplar mit grünem Hals und roten Beinen. Und weil ich nicht so einfach an ihr vorbeikam und sie auch auf mein Hupen nicht reagierte, stieg ich aus, um ihr mit wenig Worten und viel Gestik deutlich zu machen, dass sie mir gerade...

Drive Darling…

Und wenn Du gehst, nimmst Du ein Stück Heimat mit. Vielleicht nicht Deine Heimat, vielleicht ein Stück meiner Heimat in Dir. Weil die Kulmstraße ohne Dich an Glanz verlieren wird und an Wärme. Weil ich Dein Lachen vermissen werde und den sanften Blick Deiner Augen, der Mittagspausen in wahre Erholung verwandelt. Weil niemand meinen Namen so ausspricht wie Du, wenn ich unverhofft in der Tür stehe...

Von der Endlichkeit des Augenblicks

Nun war er da. Der Augenblick, vor dem ich so lange Zeit Angst hatte, weil ich nicht wußte, was er mit mir machen würde. Weil ich mir nicht vorstellen wollte, was in mir aufbricht…nach all der Zeit. Doch das Leben schert sich nicht um ängstliche Phantasien, belächelt zittriges Zögern mit Schulterzucken und zeigt mit dem Finger fordernd nach vorn: Schau hin! Da läuft ein Stück Deines Lebens...

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