Geschichten

Von alten Männern, kleinen Mädchen und Bernstein

Manchmal laufe ich am Morgen schlaftrunken über die Düne, stelle die Schuhe unter den Zeitungsständer an Golz’ens Strandkorbverleih und blicke skeptisch übers Meer. Wolken. Schon wieder. Dieser Sommer macht es uns nicht leicht. Dann gehe ich hinunter ans Ufer, strecke den großen Zeh ins Meer und bin etwas versöhnt. Wenigstens das Wasser ist warm. Ich laufe ein Stück in Richtung Heringsdorf...

Der Tag nach gestern

Zugegeben, Silvester am Strand zu feiern, ist ein besonderes Erlebnis. Auch für viele Insulaner. Tausende Menschen am Strand, Partymusik und sich wunderbar in der Ostsee spiegelndes Feuerwerk. Eine 50 km lange Lichtshow von Peenemünde bis Misdroy.

Von Leben und Tod

Eisig kalt bläst der Wind um die Ecke, wirbelt den mühsam zur Seite geschobenen Schnee wieder auf und verteilt ihn gleichmäßig auf dem schmalen Weg, der an der Fensterfront entlang führt. Drinnen brennt Licht. Eine junge Dame deckt die Tische. Am Eingang steht ein alter Mann auf seinen Rollator gestützt und sieht ihr dabei zu. Er sagt etwas, sie lacht und schon verschwinden sie wieder aus meinem...

Auf den Brettern, die mir die Welt bedeuten

Heute war wieder einer dieser Morgende, an denen ich nur zu sehr spüre, welch unverschämtes Glück es ist, hier zu leben. Ich war zum Frühstück mit einem lieben Menschen auf der Seebrücke in Ahlbeck verabredet. Der Tag war noch grau und der Strand menschenleer. Statt der Möwen tummelten sich Tauben auf dem Seesteg.

2 Pommern im Schnee

Als ich heute morgen über die Düne ging, traf ich einen alten Pommern. Er hatte den Reissverschluss seiner Jacke weit geöffnet und auch der Pullover gab den Blick frei auf seinen nackten Hals. Sein Anblick fröstelte mich. Schnee fiel in dicken Flocken. Ich zog den Kopf noch ein Stück tiefer in den Kragen und grüßte. Er blieb stehen, nickte und drehte sich gemeinsam mit mir Richtung Meer…

Von Leben und Lebendigkeit

Manchmal, wenn ich am Morgen über die Düne gehe, laufe ich in eine verlassene Welt. Der  Sandstreifen schlängelt sich bis an die Füsse der Seebrücke von Heringsdorf, nur unterbrochen vom Kanal, der gleich dort hinten in die Ostsee mündet, und zwei eisernen Wachtürmen, die in der Ferne den Blick hinaus auf die See richten. Die Sonne hat es noch nicht über den Horizont geschafft und

Usedom im Januar 2015

Nun ist das Eiland oder überhaupt das Land Meer ja dafür bekannt, eher milde Winter zu haben, was in den letzten Jahren durch Schneemaßen und Eiseskälte fast in Vergessenheit geriet. Dieser Winter jedoch erscheint mir etwas wirr in seinem Wetterverhalten. Glaubt man sich gerade an die schmuddeligen stunden- ja mitunter tagelangen Regenperioden gewöhnt zu haben, schenkt er uns mal eben einen...

Der andere Morgen

Das Rattern des Fahrwerks trieb den Zug immer tiefer in die Nacht. Die Lichter der Stadt verschwanden langsam in der Ferne und überließen das eiserne Gefährt der Dunkelheit. Nur manchmal noch sprangen Lichtpunkte von hinten in meinen Blick und verglühten wieder. Ich mochte in Zügen nie rückwärts fahren. Früher, als ich das Leben noch in jeder Sekunde kontrollieren wollte und

Volltreffer

Man stelle sich zwei Inselverliebte vor – No.1 mit einer nunmehr über 23-jährigen Geschichte auf dem schönen Eiland, No.2 mit weit in die 5. Generation hineinreichenden Inselwurzeln und einer ausgeprägten pommerschen Natur. Beide verbindet nicht nur die Liebe zu Insel und Meer, sondern auch die Leidenschaft, die größtenteils im Kopf von No.1 entstandenen Ideen und Fundstücke in die Realität...

Perspektivwechsel

Und dann fragst du dich, warum. Warum du gerade hier lebst. Hier, wo die Langeweile dich manchmal erdrückt. Wo jedes Gesicht eine Geschichte hat. Wo jedes kulturelle Ereignis deinen Alltag durchbricht und du es aufsaugst. Wer weiß, wann es wieder so wird. Hier, wo du in Saisonzeiten lebst. Zwischen winterlicher Einsamkeit und lebendigen Sommertagen, an denen

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